Geschichte Pfarrkirche Neumarkt im Tauchental


Erste Erwähnung 1289

Neumarkt im Tauchental wurde bereits im Jahre 1289 das erste Mal urkundlich erwähnt, als der „Niklas Tuern“ – eine Wehrkirche – erobert wurde. Funde aus der römischen Zeit beweisen, dass Neumarkt bereits zur Römerzeit besiedelt war. Bei den Funden handelt es sich um ein Dreifigurenrelief, eine Inschrift, ein Perseusrelief und Mädchenporträt, die aus der 1. Hälfte des 2. Jahrhunderts nach Christus stammen.

Die Quellen über das Dorf verschwinden zirka 1000 Jahre lang, als die Römer an die Macht kommen. Jedoch ist bekannt, dass Neumarkt damals schon eine zentrale Verkehrslage hatte, schließlich führte eine wichtige Römerstraße, die Via Magna, durch Neumarkt.

Im 12. Jahrhundert spielten für das Dorf die Güssinger Grafen eine große Rolle, denn unter ihnen kam es zu einer starken Kolonisationstätigkeit. Der Hauptplatz war damals ein Anger und erst später entwickelte er sich als Ding- und Marktplatz.


Kirche - Blickfang in Neumarkt

Im Zentrum befindet sich die Kirche in gotischen und barocken Stil. Der Kirchturm, der in den Himmel empor ragt, ist für viele ein besonderer Blickfang, denn in diesen Turm wurden zwei rechteckige Platten eingemauert. Eine Platte zeigt ein Relief mit drei Halbfiguren, Vater, Mutter und Tochter. Auf der zweiten Platte steht ein lateinischer Spruch, der besagt, dass diese Platte von einem Ehepaar für sich und die verstorbene Tochter gesetzt worden ist. Ein weiteres Relief stellt die Enthauptung der Medusa durch Perseus dar. Wann die Reste aus längst vergangenen Tagen hierher kamen, ist nicht bekannt. Der untere Teil des Turmes wurde bereits 1289 in der sogenannten „Güssinger Fehde“ als Niklastuern erwähnt. An diesen alten Turm wurde die Kirche angebaut. Da die Kirche bereits 1325 zum ersten Mal urkundlich genannt wurde, geht man davon aus, dass sie bereits im 13. Jahrhundert erbaut wurde.

Immer wieder wurden Veränderungen in der Kirche vorgenommen. In den Jahren 1744 und 1745 wurde der Altar der Kirche von dem Maler Gabirel Schilram, Bildhauer Joseph Rast aus Steinamanger und Johann Vogler aus Rechnitz erneuert. 1770 bzw. 1771 wurden die Seitenaltäre, die dem Hochaltar in vereinfachter Form angepasst wurden, hinzugefügt. Die Bilder sind Ölbilder auf Leinwänden, in profilierten Holzrahmen, mit geschweiftem Abschluss und stammen aus der Bauzeit der Altäre. Den linken Altar ziert eine 135 cm hohe Madonna-Statue. Der Altar wird mit sechs Leuchten in Szene gesetzt. Die Kanzel stammt vermutlich aus dem Jahre 1778. Sie ist sehr aufwändig verziert.


Zudem besitzt die Kirche folgende kirchlichen Geräte:

  • Monstranzen: Ein kostbares Zeigegerät für den Leib des Herrn.
  • Kelche: Ein Trinkgefäß, welches in der Liturgie zur Aufnahme des Messweins verwendet wird.
  • Altarkreuz: Als Altarkreuz bezeichnet man das Kreuz, das sich in christlichen Kirchen auf, neben oder über dem Altar befindet.
  • Römer-Steine: In den Außenmauern des Turmes sind zwei rechteckige Platten eingemauert. Die Einwohner von Neumarkt hielten sie für eine Gründungsinschrift aus der Zeit der „alten“ Katholiken.
    Friedhof: Der alte Friedhof der Kirche wurde 1812 aufgelassen und auf den Hang östlich der Kirche verlegt.
  • Kapelle: Im neuen Friedhof. 
     
     

Eine Ansichtskarte aus dem Jahre 1942: Neumarkt i.T, damals zur Steiermark gehörend

 

Neumarkt i.T., Ansicht des Ortes mit der Pfarrkirche und der Friedhofskapelle von Südwesten